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Für die Mathe-Matura gibt es jetzt eine Hotline

Jakob Stantejsky

Früher war alles besser. Die Autos hatten noch zwölf Zylinder und fünf Liter Hubraum, der Mann war der Herr im Haus und Schüler konnten die Matura aus eigener Kraft bewältigen oder allein an ihr scheitern. Heutzutage fahren wir Dreizylinder-Hybrid, waschen das Geschirr selber ab und unsere Kinder brauchen eine Mathe-Matura-Kummernummer.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Getty Images

01/53120/9999 lautet die Nummer, unter der sich künftig nicht nur Schüler, sondern auch Eltern und sogar Lehrer über die zentrale Mathe-Matura ausweinen dürfen. Dort wird man dann von psychologisch geschultem Fachpersonal betreut und bei Bedarf werden auch Antidepressiva oder Aufputschmittel verschrieben. Okay, jetzt ohne Spaß: Die Hotline dient vor allem der Information und Aufklärung – wochentags kann man zwischen 9 und 17 Uhr sogenannte Experten im Bildungsministerium zum Ablauf der Prüfung befragen und sich Tipps für die Vorbereitung holen. Gegen ein entsprechendes Honorar verraten die Profis auch richtige Ergebnisse oder gar ganze Rechenwege. Ja, das ist natürlich Blödsinn – sorry an alle Maturanten, die jetzt schon ihr Sparschwein schlachten wollten.


Schlussendlich bleibt allen Schülern doch nichts anderes übrig, als ordentlich (oder zumindest knapp ausreichend) zu lernen und auf lösbare Aufgaben zu hoffen. Sollten die nicht kommen oder die Angaben wieder zu überkompliziert formuliert sein, wie in den letzten Jahren kritisiert wurde, bleibt zumindest ein Trost: Man ist in guter und zahlreicher Gesellschaft, wenn es in die Strafrunde geht. Wir wünschen gute Nerven und viel Glück – und wer wirklich verzweifelt, kann ja immer noch bei Rat auf Draht anrufen.