Radicchio, Wiener Wein, Lindy Hop
Die Markterei Markthalle im Wiener Alsergrund holt sich im November neue Fixstarter, den Wiener Wein und die Zichorie ins Haus. Dazu wird an zwei Freitagen Swing getanzt.

Der November ist der Monat, in dem der Wochenmarkt sein Gesicht verliert. Die Paradeiser sind weg, die Marillen eine ferne Erinnerung, und an den Ständen stapeln sich Erdäpfel, Kraut und Kürbis in einem Farbspektrum zwischen Ocker und Grau. Genau dann lohnt sich ein zweiter Blick. Denn zwischen dem Wintergemüse liegt ein Kopf in Violett und Weiß, marmoriert wie ein Marmorkuchen: der Radicchio. Und mit ihm eine ganze Familie bitterer Schönheiten, die man in Österreich lang nur aus dem Italienurlaub kannte.
Wer neu in der Halle steht
Die Markterei im denkmalgeschützten ehemaligen Wasserbaulabor in der Severingasse hat ihren Stamm an Produzentinnen und Produzenten erweitert. Seit 31. Oktober steht der Biohof Ertl jeden Samstag mit Microgreens da, also jungen Keimpflänzchen, die viel Aroma auf wenig Fläche bringen. Ab 14. November bringt Katrin Hammer mit Grundbira jeden Samstag Vorarlberger Spezialitäten nach Wien, und ab 20. November kommt mit Tommy Greens ein zweiter Microgreens-Produzent dazu, jeden Freitag. Von 6. November bis 19. Dezember gastiert außerdem der Vienna Food Innovation Kiosk der Wirtschaftsagentur Wien an den Markttagen und stellt junge Lebensmittelfirmen vor.

Wiener Wein mitten in der Stadt
Am Donnerstag, 12. November, laden die Wiener Mitglieder der Österreichischen Traditionsweingüter ÖTW unter dem Titel „Wine in the city“ in die Halle. Ausgewählte Weine, die Winzerinnen und Winzer selbst am Stand und Kulinarik rund um die Wiener Weinkultur. Wer den Gemischten Satz bisher nur vom Heurigen kennt, kann ihn hier einmal mit den Leuten besprechen, die ihn machen, ohne dafür nach Stammersdorf zu fahren.
Alles Zichorien am 20. November
Am 20. November gehört die Bühne der Zichorie. Wolfgang Palme, Gemüseforscher und bekannt als Wintergemüse-Pionier, Koch Johann Reisinger und Andrea Ghedina von Smarties.bio zeigen, was Radicchio, Endivie, Zuckerhut und Verwandte können. Das ist mehr, als der Salatteller vermuten lässt. Die Bitterstoffe, die man früher weggezüchtet hat, sind heute der Grund, warum Köche sie lieben.

Freitags kochen in der Marktküche wechselnde Wiener Gastronomen aus dem, was die Stände hergeben, darunter Andreas Hattenberger, Niklas Kornfeld von Kornfeld Pizza und Sebastian Dürauer vom Das Bistro. Samstags gibt es das Marktfrühstück an der langen Tafel. Und an den Freitagen 6. und 20. November wird getanzt: Bei der „Tanzerei in der Markterei“ trifft Lindy Hop auf Fink’s Muskat und den Pink Sturm vom Bio-Weingut Günter Fink.
Bleibt der Radicchio. Er schmeckt bitter, sieht aus wie ein Kunstwerk und ist im November das Schönste am Markt. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion dieser Halle: Man muss nur einmal stehen bleiben und kosten.
Markterei Markthalle
Ehemaliges Wasserbaulabor, Severingasse 7, 1090 Wien
Freitag 14 bis 22 Uhr (Markt bis 21 Uhr), Samstag 10 bis 16 Uhr
Termine: Tanzerei 6. und 20. November, Wine in the city 12. November, Alles Zichorien 20. November, Vienna Food Innovation Kiosk 6. November bis 19. Dezember
markterei.at













